Vor einigen Tagen wurde ein erster Auszug aus dem am 25. Juli veröffentlichten Buch Battlefront II: Inferno Squad veröffentlicht. Dieser Auszug war nur in Englisch zu lesen, sodass ich diesen nun hier übersetzt habe. Er beschreibt den Anfang von Idens Aufstieg im Imperium und den Angriff der Rebellen auf den ersten Todesstern!
Buch-Cover
Das Buch spielt zwischen Episode IV und V und zeigt Idens „Reise“ innerhalb des Imperiums, von der Zerstörung des ersten Todessterns, über die Gründung des Inferno Squad, bis hin zu dem Angriff des Imperiums auf die Rebellen-Basis auf Hoth in Episode V. Die Autorin ist Christie Golden, welche bereits das Buch Star Wars: Dark Disciple geschrieben hat.
Ich habe die Tage vom Verlag des Buches „DelReyStarWars“ die Erlaubnis bekommen, den oben bereits erwähnten Auszug hier für den Blog ins Deutsche zu übersetzen.
Bitte beachtet, dass das Folgende KEINE offizielle Übersetzung des Buches ist, sondern eine eigene Übersetzung von mir! In der offiziellen Übersetzung (in ~6-8 Monaten) können Inhalte anders übersetzt werden!
„Achtung, Piloten,“ drang die Stimme ihres Kommandeurs, Kela Neerik, in Idens Ohr und für einen kurzen, schönen Augenblick dachte Iden, dass die Anführerin ihrer Einheit nun erklären würde, was hier vor sich geht. „Der Todesstern ist noch sechs Minuten vom Ziel entfernt.“
Iden biss auf Ihre Lippe, zögernd ob sie etwas sagen sollte. Tu es nicht, lass es, sagte sie sich, aber ihre Worte waren irgendwie selbstständig. Bevor sie es merkte, waren sie bereits gesagt.
„Mit allem Respekt Kommandeur, mit nur noch sechs Minuten bis zur Zerstörung des Mondes, warum sind wir noch hier draußen? Zweifellos können 30 Ein-Mann-Schiffe dem Todesstern in dieser Zeit keinen ähnlichen Schaden zufügen.“
„Lieutenant Versio,“ – Neeriks Stimme war so kalt wie das Weltall – „denken Sie nicht die Position ihres Vaters gäbe ihnen besondere Privilegien. Wir sind hier draußen weil Lord Vader dies so befohlen hat. Vermutlich wollen Sie ihm ihre Frage persönlich stellen wenn wir wieder auf der Station sind? Ich schätze er würde sich freuen seine Militär-Strategie zu erläutern.“
Iden fühlte, wie sich ihr Magen im Gedanken an ein „persönliches“ Gespräch mit Lord Vader zusammenzog. Sie hat ihn nie getroffen, glücklicherweise, allerdings hatte sie bereits viele grausame Gerüchte gehört.
„Nein Commander, das wird nicht nötig sein.“
„Das dachte ich mir. Erfüllen sie ihre Pflicht, Leutnant Versio.“
Iden runzelte die Stirn, legte dann aber los. Sie musste die Rebellen nicht verstehen; sie musste sie lediglich vernichten.
Sie zielte auf den ersten X-Wing in ihrer Nähe und schoss. Grüner Laser schnitt sich durch den feindlichen Jäger, bis nur noch kleine Einzelteile und einige Stichflammen übrig blieben.
Als könnten sie ihre erneuerte Entschlossenheit spüren, fingen die Rebellenpiloten plötzlich richtig an zu kämpfen. Es gab einen kurzen Lichtblitz in Idens Blickwinkel und als sie sich umdrehte bemerkte sie überrascht, dass die Trümmerteile, die dieses Mal in alle Richtungen durch das All schossen, schwarz waren.
Iden wusste nicht wer gerade gestorben war. Die TIE-Fighter waren einheitlich konstruiert, sodass sie untereinander nicht zu unterscheiden waren. Die Piloten sollten ihre Jäger nicht für die warmen, gemütlichen Schiffe halten wie es die Rebellen es angeblich taten. Ein Schiff war nur ein Schiff. Und Iden verstand, auch was die meisten im Imperium betraf, dass ein Pilot nur ein Pilot war: So entbehrlich und austauschbar wie die Jäger, die sie flogen.
Wir alle dienen nach dem Belieben des Imperators, hatte ihr Vater ihr schon seitdem sie alt genug war um zu wissen, was ein Imperator war immer wieder gelehrt. Keiner von uns ist unentbehrlich. Natürlich hatte Iden schon einmal imperiale Schiffe zerstört gesehen. Es herrschte Krieg, und sie war Soldatin. Aber unentbehrlich zur Hölle…
Das halbe Lächeln, welches die während des Kampfes trug verschwand und Iden drückte ihre Lippen wütend aufeinander. Sie drehte, vermutlich ein wenig zu stark, nach rechts ab und nahm den nächsten X-Wing ins Auge. Nach wenigen Sekunden verwandelte er sich in einen gelb-orangenen Feuerball.
„Hab` dich, du…“ murmelte sie.
„Keine Kommentare, Versio,“ warnte Neerik mit einer etwas lauteren Stimme; jetzt nicht mehr so kalt.
Iden zielte auf den Y-Wing in der Nähe, erfasste ihn und zerschoss ihn in Kleinteile. Die Fragmente des Jägers wild durch den Raum fliegen zusehen war eine Entschädigung für ihre toten Kameraden.
„Todesstern zwei Minuten vom Ziel entfernt. Achtet auf eure Entfernung zum Planeten.“
Ah, deshalb gab Neerik den Countdown. Iden musste dem Piloten eines weiteren Y-Wings Mut zollen, wenn auch der törichten Art; der Jäger raste jetzt mit Höchstgeschwindigkeit vom Todesstern weg. Flogen sie wieder zu Yavins Mond zurück um großmütig zu sterben während sie ihre Basis verteidigten, oder wollte er ihr nur ausweichen?
Wird nicht klappen, dachte Iden sich und setzte ihre Verfolgungsjagd fort. Sie bekam das Schiff in Sichtweite und feuerte. Sie verlangsamte nicht als es explodierte, sondern drehte einfach ab und wandte sich über den Feuerball und die Trümmer, fest in ihrem Crash-Gurt sitzend, und ließ den TIE-Fighter vor einen weiteren Y-Wing runter um einen guten Schuss zu haben.
Der bleiche, einem Mond ähnelnde Todesstern ragte hinter dem Jäger, und seine gigantische Größe ließ die Rebellen-Schiffe aussehen wie Spielzeuge, mit denen Iden als Kind spielen durfte. Der Y-Wing raste schnellstmöglich auf Yavin zu während er so unberechenbar auswich, dass es Iden schwer fiel ihn zu erfassen.
Eine plötzliche siedende Helligkeit ergriff ihre Sicht.
Kurzzeitig erblindet taumelte Iden mit ihrem Schiff unkontrolliert umher. Als ihre Sicht wiederkehrte bemerkte sie, dass so viele Wrackteile und Fremdkörper auf sie zukamen als wäre sie in einem Asteroidenfeld. Ihre Konzentration, immer messerscharf, kehrte zu laser-ähnlicher Genauigkeit zurück als sie verzweifelt mit wilden Manövern die größten Stücke umflog und sie sich wünschte, dass TIE-Fighter Schilde hätten.
Iden drehte und rotierte während sie den glücklicherweise noch existierenden Sauerstoff in ihrem Cockpit tief einatmete. Doch in ihrem Herzen wusste sie, es war nur eine Frage der Zeit. Dort waren zu viele Trümmerteile, manche so groß wie Rettungskapseln, andere so klein wie ihre geballte Faust, und sie mittendrin. Die kleinen prasselten bereits auf ihren Jäger ein. Früher oder später würde eins der großen Teile treffen, und dann wären Senior Leutnant Iden Versio und ihr Schiff nicht mehr als Schmutz auf dem, was von Yavins Mond übrig war.
Irgendwie musste sie zu nah am Ziel des Todessterns gewesen sein, sodass sie mit der chaotischen Welle der Zerstörung des Ziels mitgerissen wurde – genau das, wovor ihr Kommandeur sie gewarnt hatte.
Aber wie war das möglich?
„Mayday, Mayday,“ rief Iden, und es war ihr nicht möglich ihre Stimme gelassen klingen zu lassen während sie verzweifelt absank und auftauchte um ein mögliches Desaster zu vermeiden. „Hier spricht TIE Sigma Drei, brauche Unterstützung. Ich wiederhole, hier spricht TIE Sigma Drei, brauche Unterstützung, kann mich jemand hören, over?“
Stille. Absolute, kalte, beängstigende Stille.
Quelle: „Battlefront II: Inferno Squad“ – Auszug