Am 27. Juli startete der offizielle Verkauf des Battlefront II: Inferno Squad Buches, welches als eine Art „Prequel“ zur Kampagne im kommenden Spiel dient. In diesem Artikel werdet Ihr eine persönliche Bewertung meinerseits zu diesem Werk finden.

Vorab: In der folgenden Bewertungen sind (kleine) Spoiler vorhanden. Falls Ihr das Buch noch lesen wollt und absolut spoiler-frei bleiben wollt, empfehle ich diesen Artikel erst später zu lesen!
Das Buch Battlefront II: Inferno Squad ist von der Autorin Christie Golden geschrieben, durch den Verlag Del Rey in Deutschland am 27. Juli auf Englisch zum Verkauf erschienen, und thematisiert die Entstehung und die ersten Missionen der imperialen Spezialeinheit „Inferno Squad„. Ein weiterer, wichtiger Bestandteil des Buches ist die Entwicklung der Hauptcharaktere und Mitglieder der Einheit, Iden Versio, Gideon Hask, Del Meeko und Seyn (sprich: Senn) Marana.
Die Geschichte beginnt mit der Schlacht von Yavin, in welcher der erste Todesstern durch die Rebellen zerstört wurde. Man erfährt aus der Sicht von Iden Versio wie die imperialen Streitkräfte diesen Angriff erfahren haben. Nachdem sie die Zerstörung der riesigen und als „unzerstörbar“ empfundenen Raumstation überlebt und erfolgreich von Yavin IV aus fliehen kann, beginnt die Rache-Aktion des Imperiums. Eine der vielen Maßnahmen ist die Gründung einer neuen, kleinen Spezialeinheit, bestehend aus nur vier hochqualifizierten Soldaten. Idens Vater, Admiral Garrick Versio, leitet diese Gründung und die Missionen der Einheit, die in der Galaxis kaum jemand kennen soll.
Das Team muss mehr als „gut“ zusammenarbeiten, um die ersten Missionen erfolgreich zu bewältigen, darunter direkt die geheime Infiltration einer extremistischen Rebellentruppe, die dem Terroristen Saw Gerrera nacheifert. Die Aufgaben erweisen sich trotz der verschiedenen Fähigkeiten der „besten der Besten des Imperiums“ als schwerer als angenommen, was die Truppe vor einige Herausforderungen stellt…

Aufgrund der bisher noch fehlenden Deutschen Version des Buches kann ich nun nur über den Stil und die allgemeine Sprache des Werks im englischer Form berichten. Ich habe bereits einige Star Wars Bücher gelesen, darunter auch manche auf Englisch (z.B. Empire’s End) und ich muss sagen, dass auch dieses Buch ein gehobenes Level der Sprache hat. Da es allerdings kein Kinderbuch ist, ist das vollkommen normal und nicht überraschend. Für meine Kenntnisse war es absolut keine Schwierigkeit, alles zu verstehen. Das Buch ist, auch wenn es in einer anderen Sprache ist, nicht zu kompliziert geschrieben, sodass auch Leser mit eher durchschnittlichen Englisch-Kenntnissen dem Hauptstrang problemlos folgen können sollten. Falls man das Buch auf Deutsch lesen möchte, muss man sich noch ein wenig gedulden.
Die eventuell vorhandene Sprachbarriere wird jedoch von der sehr guten Schlüssigkeit der Handlung aufgefangen. Im Gegensatz zu sehr vielen anderen Star Wars Büchern fokussiert sich dieses Buch lediglich auf die Mitglieder des Inferno Squads. Das heißt, dass es hier keine der sonst so zahlreichen Orts- und Personenwechsel gibt. Man bleibt während der Handlungen immer im Bereich der vier Mitglieder, das Meiste wird aus Iden Versios Sicht erzählt, und durch personale und auktoriale Perspektiven gut erklärt. Stilmittel, wie man sie vor allem aus Gedichten und Kurzgeschichten kennt, finden hier augenscheinlich kaum Gebrauch – diese rhetorischen Mittel sind in solchen Geschichten in meinen Augen sowieso alles andere als ein wichtiger Aspekt, denn eine gute Story die im Science-Fiction-Bereich spielt, braucht so etwas nicht unbedingt. Der Gesamteindruck ist durchweg positiv. Als besonders gute Aspekte möchte ich besonders die Dialoge und Charakterentwicklungen hervorheben: Autorin Christie Golden hat vor allem in diesen beiden Kategorien sehr gute Arbeit geleistet. Als Leser fiebert man, auch wenn es für einige durch die fremd wirkende imperiale Sichtweise ungewohnt sein mag, sofort mit und kann mit den Personen mitfühlen, ihre inneren Konflikte selber verstehen – und das, obwohl es eine rein fiktive Geschichte ist.

Nun zum etwas freieren Teil meiner Bewertung. Ich persönlich habe schon immer Sympathien für das Imperium gehabt, den Gedanken dahinter durchaus auch verstehen können. Dass wir nun nicht nur eine Kampagne aus imperialer Sicht, sondern dazu noch ein Buch bekommen freut mich deshalb sehr.
Die Charaktere des Buches werden so dargestellt, als wäre man schon immer auf ihrer Seite gewesen. Das ist mir besonders bei Del Meeko aufgefallen, der übrigens schon in vielen anderen Bewertungen und Reviews zum „Fan-Liebling“ aufgestiegen ist. Sein Humor und sein sympathischer Charakter, in Kombination mit herausragenden Fähigkeiten und seiner stolzen Vergangenheit innerhalb der Ränge des Imperiums lassen ihn schon fast wie den „perfekten Schwiegersohn“ wirken. Auch die anderen Charaktere, darunter auch Admiral Garrick Versio, werden sehr gut und auch auf emotionaler Ebene gezeichnet. Allgemein sind Emotionen, Gefühle und die erfrischende neue Perspektive wichtige Bestandteile dieser Story. Vordergründig beschäftigt sich die Beziehung zwischen Iden und ihrem Vater mit diesen Aspekten. Idens Vater an sich ist einer meiner neuen Lieblingscharaktere des Imperiums. Er verkörpert das Imperium selbst und dessen Denkweise quasi, und hat dies auch Iden schon sehr früh vermittelt.
„The child of a rebel may be child yet, but we must look to the future. It will grow up to be an enemy. And our enemies must be destroyed.“
„If you’re early, you’re on time. If you’re on time, you’re late.“
„The best lies are the ones that have truth in them.“
„We, you and I, are true Versios, and Versios don’t cry.“
Das waren ein paar meiner Lieblingssätze, die der Admiral immer wieder vermittelt hatte. Sein ganzes Leben, seine ganze Arbeit und seine ganze Konzentration gilt dem Imperium. Dementsprechend entwickelt sich auch die Beziehung zu seiner Familie, besonders seiner Tochter…

Aspekte, die ich bei diesem Buch ebenfalls noch hervorheben möchte sind die Hinweise und Bezüge auf andere bekannte Star Wars Charaktere und Geschichten, und das Ende des Buches. Die „references“, wie man im Englischen so schön sagt, schaffen in den Büchern immer wieder Momente, in denen man als Leser realisiert, dass man weiß wovon die Personen sprechen und es dennoch nicht genau im Buch liest. Das ist im letzten Drittel der Geschichte auch ein großer Bestandteil.
Das Ende war vermutlich meine Lieblingsstelle des gesamten Werks. Es ist so passend und emotional geschrieben, dass man selber fast anfangen möchte, zu weinen. Während der ganzen Zeit ist so viel passiert, und das spiegelt sich dort perfekt wieder.
Um meine gesamten Eindrücke zusammenzufassen kann ich sagen, dass sich das Buch definitiv lohnt! Egal ob als „Vorbereitung“ auf die Kampagne in Battlefront II, oder einfach so als Star Wars Buch, es ist eine toll geschriebene und gut ausgedachte Geschichte, die endlich aus einer gänzlich anderen Perspektive berichtet. Durch die vielen spannenden, aber auch lustigen Momente (Ich gucke zu dir, Del…) hängt man einfach an diesem Buch. Ich habe es in weniger als 48h nachdem ich es hatte schon fertig gelesen, da man als Leser durch zahlreiche Einzelheiten immer wieder dazu gedrängt wird, weiterzulesen. Christie Golden hat ein großartiges Buch verfasst und damit eine klasse Vorbereitung für die Kampagne des Spiels geliefert. Ich würde das Buch jedem Star Wars Fan empfehlen, aber natürlich vorrangig Battlefront Spieler. Wenn ich Sterne vergeben müsste, würden es 4,5 von 5 werden. Den minimalen Abzug gibt es lediglich, weil ich die Rebellen-Allianz (nicht die Gruppe im Buch selber!) noch ein wenig deutlicher als „Terroristen“ abgestempelt gesehen hätte, da dies nun einmal die imperiale Sichtweise ist. Wer also etwas „gehobene“ Englisch-Kenntnisse besitzt und sich für das Buch interessiert, sollte sofort losschlagen – für die Deutsche Variante wird man vermutlich noch bis Ende Oktober (mindestens) warten müssen.
Quellen Bilder: Battlefront2.com / Del Rey Star Wars